Nach einem erneuten 6-monatigen Indienaufenthalt 2007 zeigt der Dresdner Fotograf Frank Bienewald in seinem überarbeiteten Dia-Vortrag „SADHUS - Heilige Männer Indiens“ außergewöhnliche Bilder der Mystiker des Hinduismus. Sie besitzen nichts als ihre dürftige Kleidung, eine Decke und eine Almosenschale. Sie gehören keiner Familie mehr an und ihre Heimat sind die endlosen Pilgerpfade kreuz und quer durch Indien.
Den ersten Kontakt mit den heiligen Männern Indiens hatte der Dresdner während der Khumba Mela 1992 in Ujjain. Bei diesem größten und heiligsten aller indischen Feste waren neben ca. 1,5 Mio. Sadhus noch 18 Mio. Pilger aus allen Teilen Indiens versammelt, um im Khsipra-Fluß einige ihrer Sünden abzuspülen und somit ihr Karma wieder etwas aufzupolieren.
Er sah Männer, die jahrelang einen Arm hochhielten, andere standen viele Jahre ohne sich je hinzulegen, wieder andere hoben schwere Lasten mit dem Penis vom Boden ab, sehr viele hatten nur meterlange Tredlocks als einzige Bekleidung, und einer lief mit einem durch den Unterarm gestochenen Messer herum. Die ganze Szenerie, geschwängert vom Marihuana-Rauch, wurde nachts absolut irreal. Frank Bienewald war fasziniert, fassungslos und nicht mehr sicher, ob es 1992 oder 992 war.
Während einer 12-monatigen Indienreise 1997/98 hielt sich der Dresdner an vielen bedeutenden Orten der indischen Mythologie auf und traf dort immer wieder die heiligen Männer auf ihrer lebenslangen Pilgerreise.
Zu seiner Überraschung begegneten Frank Bienewald aber auch nicht wenige, die sich ihrer gelobten Besitzlosigkeit, ausschließlicher Konzentration auf geistige Entwicklung und Abstinenz von Rauschmitteln zum Trotz, fröhlich Unmengen Haschisch rauchend die neuesten Bollywood-Kino-Renner auf dem Fernseher in ihrem Zelt anschauten.
Später verbrachte Bienewald 2 Monate im Quellgebiet des Flusses Ganges, traf Sadhus, die in völliger Einsamkeit in den Hochtälern des Himalaya leben und hatte das Gefühl, hier erst den wahren Asketen zu begegnen.